Selig
Friede, Freude, Eierkuchen – Selig sind wieder da. Nach zwölfjähriger Auszeit und diversen Nebenprojekten erscheint die Tage ein neues Album. Frontmann Jan Plewka rührt dafür vorab kräftig die Werbetrommel und hat mir einige Minütchen geschickt.
Von einer ehemaligen Grunge-Band – die Spätphase mit “Ohne dich” wird hier einmal ignoriert – merkt man im Gespräch ganz und gar nichts. Viel mehr haben die zehn Minuten einen beinahe spirituellen Charakter. Ganz offensichtlich haben Selig mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen, scheuen sich aber nicht vor einem Rückblick. Plewka spricht immer wieder von großen Emotionen, von Frieden, Versöhnung und Bruderschaft, wirkt zu einem gewissen Grad meditativ und beinahe sediert auf eine sympathische Art und Weise.
Fünf Personen, fünf Extreme, fünf unterschiedliche Pole – eine Band. Will da jemand möglichst beruhigen? Von einem Knistern ist die Rede, eine gewisse Nervosität ist spürbar. Diese kann man auch dem neuen Album “Und endlich unendlich” anhören, das gelegentlich zerhackt, sprunghaft und unsicher wirkt, im nächsten Moment aber wieder das große Wir-Gefühl preist und seine guten Momente hat. Wie Jan Plewka im Interview. Ein überaus sympathischer und charismatischer Zeitgenosse. Ein bisschen Frieden.

Selig sind die besseren Kettcar. Das neue Album ist grandios. Man fragt sich selber, wo man die 10 Jahre war.